Rundbriefe

Rundbrief Oktober 2018 – 25 Jahre Humanitäre Hilfe

Liebe Spender

Traditionell haben wir heute am Erntedank-Sonntag unsere Sammelaktion eröffnet. In Bosnien ist heute Wahltag. Das Parlament, die Präsidenten (Bosnien hat drei – für jede Ethnie einen) und zahlreiche Regionalparlamente. Transparency International beurteilt die Lage wie folgt. In der Vergangenheit wurden vor den Wahlen Drohungen, Druck auf Wähler und Stimmenkäufe subtil gehandhabt. Dieses Mal finden diese Missbräuche vollkommen offen statt. Man darf auf den Ausgang gespannt sein.

Dabei wären genug Aufgaben da. Das Gesundheitssystem ist am kollabieren, die Infrastruktur ist marode und das Bildungssystem funktioniert immer schlechter.

Bei der Jugend gab es letztes Jahr eine Arbeitslosenrate von 54,8 %. Kein Wunder, dass viele ihr Heil im Ausland suchen. Zurück bleiben die Alten. Wer keine Verwandten im Ausland hat, hat es schwer. Die durchschnittliche Rente beträgt € 150,–.Eine Rentnerin sagt dazu: „Wenn ich nicht anschreiben lassen könnte, würde ich nicht über den Monat kommen.“

So wollen wir auch dieses Jahr wieder mit unseren Paketen die Dörfer besuchen und den Menschen ein bisschen Hoffnung bringen. Neben der materiellen Hilfe ist es auch die Gewissheit, dass sie nicht vergessen sind. Ebenso werden wir dieses Mal vor allem kleinere dörfliche Schulen besuchen und den Kindern dort mit ihren Paketen eine vorweihnachtliche Freude bereiten.

Dieses Jahr dürfen wir auf 25 Jahre ehrenamtliche Arbeit zurückblicken. Dank ihrer Spenden konnten wir einiges bewegen. Und die Menschen in Ost- und Südosteuropa brauchen weiter unsere Hilfe. Und wir werden weiter vor Ort sein um ein Ohr für die Sorgen und Nöte der Menschen zu haben.

Ich würde mich freuen, wenn sie uns dabei weiter unterstützen. Falls Sie ein Paket für Kinder packen wollen, dann nutzen Sie bitte diese Anleitung. Hinweise zu Paketen mit Lebensmitteln finden Sie unter diesem Link.

Herzliche Grüße

M. Gwinner

2. Vorsitzender

Rundbrief Dezember 2017

Liebe Spender,

Anfang Dezember haben wir wieder unsere Bosnien Tour durchgeführt. Dieses Jahr war vom Wetter her alles dabei. Vom schönsten Sonnenschein bis zu dicken Schneeflocken. Der Schnee kam ausgerechnet an einem Tag, an dem viele Menschen aus den umliegenden Dörfern zu unserer Verteilstelle kamen. Doch alle harrten geduldig aus bis jeder sein Paket in Empfang nehmen konnte. Für die Kinder gab es kleine Spielsachen und Süßigkeiten.
Obwohl sich über die Jahre eine positive Routine eingestellt hat, gibt es doch jedes Jahr Einzelereignisse, die bewegen.

Auch dieses Jahr waren wir in Roma-Siedlungen in Tuzla. Wir stellten fest, dass jetzt dort doch deutlich mehr Menschen leben, als die Jahre vorher. Wir erfuhren, dass viele aus Deutschland zurückgekehrt sind, weil sie kein Bleiberecht erhalten hatten. Es herrschte aber wenig Bitterkeit, weil es hieß: lieber eine gewisse Zeit in Deutschland sein, als hier.
Eine junge Frau sprach uns an, ob es für sie Möglichkeiten gäbe, wieder auf die Schule zu gehen. Sie hatte in Deutschland einen Sprachkurs gemacht, dann eine Lehre angefangen und musste dann zurück. In Bosnien gibt es für sie keine Aussicht auf Schule oder Arbeit.

Eine andere Begegnung war noch eindringlicher. An diesem schneereichen Tag verteilten wir noch am späteren Nachmittag in Krepsic. Dieses Dorf war vor vier Jahren stark vom Hochwasser betroffen. Seit dem sind wir regelmäßig dort.
Als nun die Verteilung durchgeführt wurde, deutete ein Mann neben mir auf eine ältere Dame, die dort mit ihrem Schubkarren stand. „Diese Frau ist 94 Jahre alt.“ Die Frau erhielt ihr Paket, neben ein paar anderen Kleinigkeiten und machte sich dann mit ihrem Schubkarren wieder auf den Heimweg. Ich fragte mich, was das für eine Situation ist, wenn sich ein alter Mensch durch Eis und Schnee aufmachen muß um ein Paket mit Lebensmitteln zu erhalten.
Das alles zeigt, dass wir am richtigen Ort sind und unsere Arbeit wichtig ist.

Liebe Spender, ich danke ihnen für ihre Großzügigkeit. Dadurch konnten wir auch dieses Jahr ein Zeichen der Hoffnung setzen

Herzliche Grüße

Manfred Gwinner

Rundbrief Oktober 2017

Liebe Spender,

gestern haben wir das Erntedankfest in Deutschland gefeiert. Dieses Jahr haben wir erlebt, wie Extrem-Wetterlagen Einfluß auf die Ernte nehmen. Vor allem die Obstbauern mußten empfindliche Einbußen hinnehmen.Die Bauern in den Balkanregionen hatten wochenlang mit Temperaturen um die 40°C zu kämpfen. Es bleibt noch abzuwarten in wieweit sich diese Einbußen auf die Preise auswirken wird.
Noch immer ist die Arbeitslosigkeit hoch und nur wenige haben ein geregeltes Einkommen. Die Löhne sind gering. Ein Ingenieur muß mit € 200-300 zufrieden sein. Und selbst bei diesen Verdienstniveaus wird versucht die Löhne zu drücken. Zu viele suchen eine Arbeit und müssen sich unter Wert verkaufen.

Oder sie versuchen woanders ihr Glück. Mittlerweile leben 54% der Bosnier im Ausland. Zurück bleiben die Alten, deren Rente kaum für das Nötigste reicht. In den Dörfern sieht man auch kaum Kinder oder junge Familien. Hier wollen wir unterstützend eingreifen. Wir wissen auch durch Gespräche, daß viele darauf hoffen, daß wir dieses Jahr wieder in ihr Dorf kommen.

Darüber hinaus wollen wir den Schülern von Brcko eine weihnachtliche Freude bereiten. Die Klassen 1-5 sollen ein Päckchen erhalten. Die Lehrer erzählen uns, daß in der Woche vor unsere Ankunft kaum ein Unterricht möglich ist. Jeder Lieferwagen erregt die Aufmerksamkeit der Schüler und sie hoffen, daß der Wagen auf ihren Schulhof einbiegt.

Liebe Spender, ich würde mich freuen, wenn Sie auch dieses Jahr unsere Aktion durch eine Geldspende oder ein Paket unterstützen.

Falls Sie ein Paket für Kinder packen wollen, dann nutzen Sie bitte diese Anleitung. Hinweise zu Paketen mit Lebensmitteln finden Sie unter diesem Link.

Herzlichen Dank

Manfred Gwinner

2. Vorsitzender

Rundbrief Dezember 2016

„Paketici!“ Ein Ruf schallt durch die Schulgänge. Erwartungsvolle Blicke folgen dem Sprinter als er auf den Schulhof einbiegt. Kurze Zeit später stehen die Kinder ungeduldig in Reihen um ihr Weihnachtspäckchenentgegenzunehmen. Kaum sind die Schüler in den Klassenräumen zurück, wird ausgepackt und gezeigt was alles in den Päckchen ist.

Es ist Anfang Dezember und die Helfer von „Brot des Lebens“, HfN (Hilfsdienst für Notleidende) und Foundation sind unterwegs in den Schulen in und um Brcko (Nordbosnien) um die Weihnachtspäckchen zu verteilen. Eine Lehrerin erzählt uns lächelnd, daß sie froh ist, daß jetzt wieder normaler Unterricht möglich ist. Die letzten Tage seien die Kinder an den Fenstern gehangen und jeder Lieferwagen wurde genau beobachtet, ob er nicht auf den Schulhof einbiegt.

Ein paar Tage später ist das Team mit Lebensmittelpaketen in den Dörfern unterwegs. In Koraj erzählt uns eine junge Frau in fließendem Deutsch, daß sie als Kind während des Krieges in Deutschland war.

Nach dem Krieg sei die Familie zurückgekehrt und jetzt betreibe sie mit ihrem Mann eine kleine Landwirtschaft. Sie dankt uns für unser Engagement und betont, daß vor allem ältere Menschendarauf hoffen, daß die jährliche Verteilaktion wieder stattfindet. Natürlich hofft jeder, daß er mit einem Paket bedacht wird. Das liegt allerdings nicht in unserem Ermessen. Die Verteillisten werden von den Ortsvorstehern und Sozialämtern erstellt.

Die allgemeine Situation ist für die Menschen nicht besser geworden. Die Arbeitslosigkeit ist mit 40-50 % eher noch gestiegen. Der Monatsverdienst selbst für einen Ingenieur beträgt € 200-300. Dabei ist das Preisniveau mit Deutschland vergleichbar. Es ist bewundernswert wie die Menschen aus dem wenigen, das sie haben, das Beste machen.So ging die Woche schnell vorbei und ich gebe gern die Freude der Kinder und den Dank der Erwachsenen an Sie, liebe Spender, weiter. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches und gesundes neues Jahr

Manfred Gwinner

2. Vorsitzender

Rundbrief Dezember 2015

Liebe Spender,
noch wirken die Eindrücke unserer Bosnien-Aktion nach. Durch das trockene Wetter waren die Straßen gut befahrbar. Nur in der Bergregion von Tuzla waren die Straßen durch die starken Regenfälle im letzten Jahr beschädigt und daher für die LKWs nicht leicht zu überwinden.
An der Gesamtsituation im Land hat sich wenig geändert. Es gibt nur wenige, schlecht bezahlte Jobs, meist nur in Teilzeit, aber die Menschen sind froh, wenn sie was verdienen können. Die Preise für Obst und Gemüse sind moderat, alles andere hat weitgehend deutsches Preisniveau. So sind unsere Pakete eine große Hilfe für kinderreiche Familien und ältere Menschen.
Dieses Jahr hatten wir eine Reihe von neuen Verteilstellen, weil es auch Wechsel im Team der Mitarbeiter gab. Ein langjähriger Mitarbeiter ist altershalber nicht mehr dabei. Dafür engagiert sich die evangelische Kirche in Tuzla jetzt mehr. Wir unterstützen die Kirche seit drei Jahren in ihrer Arbeit mit Roma-Familien und sie sind bereit noch mehr Verantwortung zu übernehmen. Wieder waren wir erstaunt wie viele Menschen doch ein wenig deutsch können. Die Zahl derer, die während des Bürgerkriegs eine Zeitlang in Deutschland waren, ist doch groß. So haben wir immer wieder Informationen aus erster Hand wie die Zustände im Land für die einfachen Menschen sind.
Besonders groß war die Freude bei den Schülern, die ein Weihnachtspaket erhielten. Sobald sie sahen, dass unsere Fahrzeuge auf den Schulhof fahren, war es natürlich mit dem Unterricht vorbei. Sie konnten es kaum erwarten ihr Geschenk zu erhalten und dann wurde sofort ausgepackt. Leider kann man auf Papier diese Stimmung nicht so vermitteln.
Für uns ist es immer wieder die Belohnung für Wochen der Vorbereitung.
Und diese Freude und den Dank will ich auch an Sie weitergeben. Denn ohne Ihre großzügige Hilfe und Spendenbereitschaft wäre das alles nicht möglich.
Ich wünsche Ihnen auch im Namen der Menschen in Bosnien ein gutes und gesegnetes neues Jahr

Manfred Gwinner
2. Vorsitzender