21. Juli 2018

Rundbrief Juli 2018

Liebe Haiti-Freunde,

in diesem Rundbrief wird, wie angekündigt, der neue Konrektor der ECODEM vorgestellt sowie über den Auswanderungstrend aus Haiti berichtet. Zuvor noch einige lesenswerte Fakten zu Whistler, dem Arzt aus dem vergangenen Rundbrief:

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Annelies „Enkel-Doktor“ Whistler

Anneliese kennt Whistler bereits seit seiner Geburt, weshalb sie ihn oft scherzhaft als den „Enkel-Doktor“ bezeichnet. Sein Vater war in dem Waisenhaus, in dem Anneliese in den 1980er Jahren arbeitete, als „Hausboy“ tätig. Nach einer Schneiderlehre heiratete er und bekam als ersten Sohn Whistler. Dessen Ambition, Arzt zu werden, verlangte der insgesamt fünfköpfigen Familie einige Opfer ab, aber er erreichte sein Ziel – vorerst. Denn trotz erfolgreich abgelegter Prüfungen warten Whistler und seine Kommiliton/innen noch immer auf die staatliche Anerkennung. Obwohl die Uni die staatliche Lizenz zur Ausbildung besitzt, weigerte sich der damalige Minister wegen persönlicher Differenzen mit dem Dekan der Uni, die Unterschrift zur Zulassung zu geben. Doch die Wartezeit ließ Whistler nicht ungenutzt verstreichen: er machte eine Ausbildung zum Laborant und eine Weiterbildung zum Bedienen von Ultraschall- und Röntgengeräten.

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7. März 2018

Rundbrief März 2018

Liebe Haiti-Freunde,

heute folgt der schon im letzten Rundbrief angekündigte Bericht über den zahnärztlichen Einsatz von Dr. Kirsten Holst und ihrem Team in Haiti. Das Team war zunächst bei Whistler, einem Arzt, dessen Familie Anneliese schon aus den Zeiten ihrer Arbeit  im Kinderheim in den 1980er Jahren kennt. Er kommt ein Mal im Monat nach Meyer, um die Menschen dort in der Gegend zu behandeln. Diesmal hat er die drei Frauen nach ihrem Einsatz in seiner Klinik in der Nähe von Les Cayes zu Anneliese gebracht, wie Dr. Stefanie Reim berichtet:

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Zu Beginn unserer dreiwöchigen Reise haben Kirsten Holst, Susl Mai und ich bei Whistler gewohnt. Von seiner Klinik, in der Kirsten und ihr Team 2015 noch behandelt haben, sind nach dem Hurrikan Matthew 2015 leider nur noch die Grundmauern übrig geblieben. Ebenso sind zahlreiche Dächer von anderen Wohnhäusern, Kirchen und Schulen abgedeckt, sowie 25% des Baumbestandes vernichtet worden. Whistler hat sein Haus, das glücklicherweise nahezu unbeschadet durch den Sturm gekommen ist, um eine Etage aufgestockt, so dass wir im oberen Bereich schlafen und im unteren die Patienten behandeln konnten. Neben unserem Behandlungsraum haben Whistler und sein Team Brillen an die Bevölkerung verteilt. Der Sehtest bestand darin, aus der Bibel vorzulesen. Konnten die Patienten den Text lesen, durften sie die Brille behalten. Vor unserem Haus gab es jeden Tag einen Stand, an dem frisch zubereitetes Essen für die Patienten angeboten wurde.

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15. Dezember 2017

Rundbrief Dezember 2017

Liebe Haiti-Freunde,

das Jahr 2017 geht zu Ende und wir blicken dankbar zurück. Dank Ihrer Zuwendungen konnten wir auch dieses Jahr unsere Ziele erreichen: die Schul- und Ausbildung konnte ohne Unterbrechung durchgeführt werden, alle Kinder bekamen ihr Schulessen und notwendige Reparaturen an den Gebäuden wurden beendet.
Das Wetter pendelt immer noch zwischen Trockenheit und zu viel Wasser auf einmal, doch Gott sei gedankt, dass die großen Hurrikans Irma und Maria dieses Mal kurz vor Haiti abdrehten und über der Insel „nur“ ein starker Tropensturm fegte – der allerdings auch wieder eine Ernte zerstörte.
Dieses Jahr hatten sich auch wieder Besucher angemeldet. Einige Jugendliche schauten sich die Arbeit vor Ort an und halfen fleißig in Kindergarten und Schule mit. Ihre Erfahrungsberichte haben wir über das Jahr hinweg in den Rundbriefen abgedruckt.
START international e.V., die 2010 nach dem Erdbeben zu Anneliese kamen, um sich um traumatisierte Kinder zu kümmern, führten zwei Fortbildungen für Lehrer durch. Im November besuchte die Zahnärztin Frau Dr. Holst mit ihrem Team Meyer, wo sie von vielen sehnsüchtig erwartet wurde. Ein Bericht folgt im nächsten Rundbrief.

Post von Anneliese
Auch Anneliese hat das Jahresende für einen Rückblick genutzt. Ihren Brief geben wir gerne hier weiter:
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20. September 2017

Rundbrief September 2017

Liebe Haiti-Freunde,

zurzeit gibt es in Meyer und Umgebung viel zu tun:

Nachdem der zentrale Schulhof der ECODEM in Meyer sehr löcherig geworden war, wurde er jetzt ganz neu asphaltiert. Finanziert wurde die Maßnahme von Humedica.
Auch in Gerard wird gebaut: Weil es neue staatliche Auflagen zur Schülerzahl in Klassenräumen gibt, werden an den bestehenden Kindergarten neue Räume angebaut, die dann für die Schule genutzt werden sollen. Dieser Bau wurde von den Eltern unterstützt, indem sie die Steine beschafften. Die übrige Materialbeschaffung läuft leider sehr schleppend, da die Wege für die LKWs zu schlecht sind.

Für das nächste Schuljahr wurden die Stoffe für die Uniformen von Anneliese zentral bestellt und werden jetzt an die Eltern weiterverkauft. So ist sichergestellt, dass die Uniformen einheitlich aussehen.

Da die staatlichen Abitur-Prüfungen dieses Jahr schlecht ausgefallen sind, gab es Nachprüfungen. Spätestens in der Nachprüfung haben alle Schülerinnen und Schüler der ECODEM das Abitur bestanden. Allerdings werden auch am Ende dieses Schuljahrs viele Zeugnisse zurückbehalten, weil die Bezahlung des Schulgelds noch aussteht.

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11. April 2017

Rundbrief April 2017

Liebe Haiti-Freunde,

Haiti hat nach langem Hin und Her endlich einen neuen Präsidenten! Der im November 2016 gewählte Jovenel Moïse wurde Anfang Februar für die nächsten fünf Jahre vereidigt. Es ist zu hoffen, dass er dem Land nach dem über ein Jahr währenden Wahlchaos etwas Stabilität zurückbringen kann. Die größten Herausforderungen wer-den jedoch auch für ihn die chronisch schlechte wirtschaftliche Lage des Landes und die tief gespaltene Gesellschaft sein.

Erfahrungsbericht aus dem „Centre de Santé de Meyer“

Anneliese bekommt weiterhin viel Besuch von jungen Menschen, die sich für das Land und die Verhältnisse vor Ort interessieren. Hier berichtet Jemima Schibli über ihr Praktikum im staatlichen Gesundheitszentrum von Meyer:

Im Januar und Februar 2017 habe ich im Centre de Santé de Meyer mitgeholfen. Zuvor hatte ich gerade ein viermonatiges Praktikum auf der Geburtsstation des Unispitals Basel absolviert. Das heißt, ich war daran gewöhnt, in medizinischer Umgebung zu sein und Hygienevorschriften waren mir sehr vertraut. Daher war ich bei unserem ersten Rundgang durch das Gesundheitszentrum zuallererst verwundert, wie sich dieses Gebäude überhaupt Gesundheitszentrum nennen darf. Medizinischer Müll lag verstreut herum und das Verbandszimmer sah so unhygienisch und unsteril aus, dass ich mich nicht mal dorthin setzen wollen würde. Doch wie soll man sagen… Der Mensch gewöhnt sich schnell an neue Umstände.

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28. Dezember 2016

Rundbrief Dezember 2016

Liebe Haiti-Freunde,

Mitte November ist Anneliese nach zweimonatigem Aufenthalt in Deutschland wieder zurück nach Haiti geflogen. Vor ihrem Abflug hatte sie noch mehrfach Gelegenheit, sich per Telefon und über Radio Haiti über die dortige Lage zu informieren:

Der Wirbelsturm Matthew hat Anfang Oktober Haiti getroffen und für schwere Verwüstungen gesorgt. Die Bilanz einen Monat später sieht düster aus. Es sind über 1000 Tote und 1,4 Millionen Obdachlose zu beklagen, 11 Kommunen gibt es faktisch nicht mehr, weil Sturm und Regen alles dem Erdboden gleich gemacht haben. Anfang November waren noch immer 69 Ortschaften nicht über den Landweg erreichbar. Als Notunterkünfte dienen Schulen, die aber zu einem großen Teil eigentlich als Wahllokale für die schon so häufig verschobenen Präsidentschaftswahlen vorgesehen waren. Auch die ohnehin anfällige Infrastruktur aus Straßen, Wegen und Brücken wurde großflächig zerstört, was den Wiederaufbau massiv behindert. Im Nachgang der Katastrophe ist das Land wieder von der Cholera bedroht. Am achten und neunten November sollen 500.000 Cholera-Impfungen in den am schwersten betroffenen Gebieten stattgefunden haben. Weitere 300.000 sind geplant.

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21. November 2016

Zeitungsberichte zur Ehrung von Anneliese Gutmann im Münstertal

Die Badische Zeitung und der Reblandkurier berichteten jeweils über die Ehrung von Anneliese im Oktober in der Belchenhalle im Münstertal.

Außerdem erschien in der Badischen Zeitung am 15. Oktober ein interessantes Interview mit Anneliese, nachzulesen hier: http://www.badische-zeitung.de/muenstertal/ich-arbeite-lieber-im-hintergrund

 

11. Oktober 2016

Lage in Meyer nach Hurrikan Matthew

Am Wochenende hat Anneliese in Meyer anrufen und sich über die Lage informieren können:

Die Schulgebäude, die dortige Kirche und Annelieses Wohnhaus haben den Sturmböen standgehalten, allerdings haben die Wassermassen Schäden angerichtet. Alle Häuser und auch die weiteren Schulen in der Gegend sind durch den Sturm abgedeckt worden, persönliche Gegenstände und auch einige Nutztiere wurden weggespült. In Gerard, das wegen der unterspülten Straßen momentan nur fußläufig zu erreichen ist, wurde das komplette Kirchendach weggerissen, das erst vor sechs Jahren nach dem Erdbeben installiert worden war. Auch der dortige Kindergarten hat einige Schäden an den Dachblechen davongetragen. Durch die offenen Dächer sind die Sitzbänke feucht geworden und quellen nun auf. → Weiterlesen

7. Oktober 2016

Ehrung von Anneliese Gutmann im Münstertal

Am 16. Oktober findet von der Gemeinde Münstertal aus eine Ehrung anlässlich der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Anneliese statt. Die Veranstaltung in der Belchenhalle beginnt um 17 Uhr. Nach der Ehrung durch Bürgermeister Ahlers wird Anneliese über ihre Arbeit und die gegenwärtige Lage im Land, insbesondere nach Hurrikan ‚Matthew‘, berichten. Die Schwarzwaldkapelle Münstertal wird die Ehrung musikalisch begleiten, die Landfrauen übernehmen die Bewirtung.

Alle, die sich für Annelieses Arbeit in Haiti interessieren, sind herzlich eingeladen.

 

15. August 2016

Bundesverdienstkreuz für Anneliese Gutmann

Im Mai hat Anneliese Gutmann für das von ihr seit über 25 Jahren geleitete Schulprojekt „Ecodem“ das Bundesverdienstkreuz erhalten. Der Botschafter Klaus Peter Schick war, gemeinsam mit seiner Frau, vor Ort in Meyer und hat sich die Schule und alle zugehörigen Gebäude angeschaut.

Bilder und einen Artikel finden Sie hier. → Weiterlesen